Verfolgen wir unseren “CO2-Abdruck”
Fast jede Handlung des Menschen hinterlässt einen sogenannten “CO2-Abdruck”. Dies ist eine Möglichkeit, den Einfluss unserer Handlungen auf die Umwelt hinsichtlich der Treibhausgasproduktion zu messen, und zwar in Kohlendioxid-Maßeinheiten.

Natürliche Prozesse wie die Photosynthese verbrauchen CO2 bei Tageslicht. Die Atmung hingegen (sowohl bei Tieren als auch bei Pflanzen) setzt zusätzlich Kohlendioxid frei. Im Zeitalter vor der Industriellen Revolution war der Netto-Anstieg der CO2-Produktion minimal. Doch seit dem 19. Jahrhundert und mit dem Beginn der Industrialisierung steigt die CO2-Konzentration. Seither wächst auch unser CO2-Abdruck.

Deutschland hat den höchsten CO2-Ausstoß in Europa, gefolgt von Schweden, Finnland und Dänemark. Dies liegt in erster Linie am hohen Anteil von fossilen Brennstoffen zur Energie- und Wärmeerzeugung.



Wie entsteht der CO2-Abdruck? Autofahren, Flugreisen oder die Heizung in der Wohnung verbrauchen Energie. Ein großer Teil dieser Energie wird durch Verbrennung fossiler Brennstoffe gewonnen, bei der CO2 entsteht. Ineffiziente Energienutzung im Haushalt oder durch unnötige Autofahrten kostet nicht nur viel Geld, sondern produziert zusätzlich CO2 – dadurch wird der unnötigerweise CO2-Abdruck größer.

Im Internet gibt es verschiedene Berechnungsmöglichkeiten für den CO2-Abdruck (
www.carbonfootprint.com/, www.safeclimate.net/calculator/). Hier kann jeder nachprüfen, wieviel CO2 wir selbst produzieren und dies ins Verhältnis dazu setzen, ob wir selbst den CO2-Ausstoß noch erhöhen. Ein Umdenken in dieser Richtung wäre ein erster Schritt zu Veränderungen.

Doch nicht nur durch Energiesparen und Verzicht auf häufige Autofahrten lässt sich ein Beitrag leisten. Die Europäische Kommission empfiehlt folgende 10 Schritte:
  1. Gehen Sie kurze Strecken zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Wenn Sie Autofahren müssen, dann möglichst umweltverträglich – Vollgas vermeiden, frühzeitig in einen höheren Gang schalten, vorausschauend fahren um plötzliche Brems- oder Beschleunigungsmanöver zu vermeiden.
  2. Pflanzen Sie einen Baum. Ein mittelgroßer Baum absorbiert pro Jahr 6 kg CO2 – in 40 Jahren werden so etwa 250 kg aufgesaugt.
  3. Drehen Sie Ihr Heizungsthermostat um 1°C herunter (das spart 10% Heizungskosten).
  4. Belüften Sie Ihre Wohnung, indem Sie die Fenster für ein paar Minuten weit öffnen, anstatt die Wärme über einen langen Zeitraum langsam entweichen zu lassen. Die Energie, die aufgewendet werden muss um eine Wohnung bei gekipptem Fenster über 6 Monate (mit 10°C Außentemperatur oder weniger) warm zu halten entspricht dem CO2-Ausstoß von fast einer Tonne.
  5. Kochen Sie immer nur die exakt benötigte Menge Wasser für Ihren Kaffee oder Tee. Einen ganzen Wasserkessel zu erhitzen verbraucht in etwa soviel Energie wie die Beleuchtung des Wohnzimmers an einem Abend.
  6. Stellen Sie sicher, dass Ihre Wohnräume gut isoliert sind, denn 50% der Wärme geht durch die Wände verloren. Eine gute Isolierung ist umweltschonend und zahlt sich auch finanziell auf lange Sicht aus.
  7. Trennen Sie Ihren Müll und führen Sie möglichst viele Wertstoffe dem Recycling-Kreislauf zurück. Oder noch besser: Versuchen Sie, Müll zu vermeiden. Kaufen Sie Produkte mit weniger Umverpackung und Mehrweg- statt Einwegprodukte.
  8. Halten Sie Kühlschränke und Tiefkühltruhen sauber und stellen Sie sie mit genügend Abstand zu Herd oder Heizung auf, so arbeiten sie effektiver.
  9. Schalten Sie Lampen und Elektrogeräte aus, wenn Sie diese nicht benötigen. Lassen Sie keine Geräte im Stand-By-Modus.
  10. Verwenden Sie Energiesparlampen. Diese halten zehnmal so lange wie herkömmliche Glühbirnen und erzeugen 400 kg weniger Abgase. Außerdem sparen Sie damit bis zu 60 Euro bei der Stromrechnung.
Neben der Verringerung unserer eigenen CO2-Produktion lässt sich unser CO2-Abdruck auch durch das Pflanzen von Bäumen, die Investition in nachhaltige Energiegewinnung oder durch die Investition in umweltfreundliche Unternehmen kompensieren . www.carbonfootprint.com] kompensieren.
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Denkanstöße zum CO2-Abdruck:
Wodurch wird in eurer Familie oder in der Nachbarschaft am meisten CO2 produziert?
Sollte man seinen CO2-Abruck lieber reduzieren oder kompensieren?
Gibt es positive Veränderungen, die ihr in eurem Alltag vornehmen könnt, um den CO2-Abdruck zu verringern?
Könnten diese Maßnahmen auch auf eure Nachbarschaft oder die gesamte Gesellschaft angewendet werden (untersucht dazu jede Maßnahme, die euch in den Sinn gekommen ist).
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